persoenlichkeitsstoerung.org

Welche Formen kann eine multiple Personlichkeitsstörung annehmen?

Keine andere Diagnose ist bei Ärzten so umstritten wie die der Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS), oder wie sie seit einiger Zeit heißt – der dissoziativen Identitätsstörung (DIS). Die einen haben in ihren Praxen nie mit dieser Störung zu tun, wollen es oft auch gar nicht, weil sie nicht an das Krankheitsbild glauben. Die anderen haben durch Fortbildungen, Literatur und natürlich aus ihrem Praxisalltag mehr mit der multiplen Persönlichkeitsstörung zu tun und behandeln die Patienten. Die Behandlung ist eine langwierige. Denn dabei wird versucht, die einzelnen Anteile aus dem gesamten System zu möglichst wenigen, idealerweise bloß nur noch wieder zu einem Anteil werden zu lassen.

Das schwierige dabei ist jedoch, dass die Anteile untereinander lernen müssen, auf die anderen Anteile zuzugehen und im Alltag zusammen arbeiten zu können. Meistens ist es zu Beginn einer Behandlung so, dass längst nicht alle Anteile von den anderen wissen, dass es sie auch gibt. Da gilt es nun, die einzelnen Anteile zu integrieren. Worauf noch geachtet werden muss bei der Behandlung einer multiplen Persönlichkeitsstörung ist, dass es wichtig ist, wenn die Patienten auch mit Medikamenten (Beruhigungsmittel zum Beispiel) behandelt werden, dass dann auch immer die gleiche Persönlichkeit dieses Medikament nimmt und nicht etwa kindliche Anteile, wenn diese in dem Moment „draußen“ sind.

Kennzeichen einer multiplen Persönlichkeitsstörung

Eine multiple Persönlichkeitsstörung sieht so aus, dass die Betroffenen meistens wegen anderer Erkrankungen einen Psychiater aufsuchen, zum Beispiel im Rahmen einem Borderline System, einer Posttraumatischen Belastungsstörung, Depressionen oder einer histrionischen Persönlichkeitsstörung. Oft werden sie von anderen Ärzten überwiesen, weil sie den Verdacht einer Schizophrenie hatten. Mit der Zeit fallen den Ärzten dann Veränderungen bei den Patienten auf, sie sprechen anders, verfallen in ein kindliches Verhalten, werden aggressiv oder sagen vielleicht gar nichts mehr und weinen nur. Es kann sogar passieren, dass sich die Augenfarbe des Patienten wechselt. Was auch ein Merkmal für die multiple Persönlichkeitsstörung sein kann, ist, wenn bei den Patienten Blut abgenommen wird, weil man gewisse Werte überprüfen möchte und wenn dann nach einem Persönlichkeitswechsel erneut Blut abgenommen wird, dass dann die Werte völlig unterschiedlich zur ersten Probe sein können.

Oder die Patienten berichten darüber, dass ihnen oft „die Zeit fehlt“, dass sie denken, „Moment, eben war es doch 15 Uhr, nun ist es 18 Uhr, was ist in der Zeit passiert“.
Oftmals sind das Persönlichkeitswechsel und die Betroffenen stellen später Veränderungen in ihrem Umfeld auf, das zum Beispiel der Haushalt gemacht war, sie vor einem Puzzle sitzen und nicht wissen, wie sie dahin kommen, oder dass sie auf einmal lackierte Fingernägel haben. Auch passiert es oft, wenn die Betroffenen unterwegs sind, dass sie plötzlich wieder zu Hause sind und gar nicht mehr einordnen können, was sie unterwegs gemacht haben oder wie sie wieder nach Hause gekommen sind.

Entstehung einer multiplen Persönlichkeitsstörung

Eine multiple Persönlichkeitsstörung entsteht dann, wenn Menschen schlimme Dinge passieren, wie Missbrauch jeglicher Art an Kindern, schwere Traumatische Erlebnisse wie Unfälle, Kriegserfahrungen. Dann ist es für die Betroffenen sehr schwer, mit diesen Schicksalen umzugehen. Die Psyche entwickelt in dem Fall eine zweite Persönlichkeit, die lernt, mit diesen Ereignissen umzugehen, damit den Host (der Hauptpersönlichkeit in einem multiplen System) nicht all diese Erinnerungslast im Alltag schwer behindert. Wiederholen sich solche traumatischen Erlebnisse, kann es vorkommen, dass die Psyche sich in immer weitere Anteile aufspaltet. Eine weitere Persönlichkeitsstörung ist auch die Schizophrenie.