persoenlichkeitsstoerung.org

Was ist das Borderline-Syndrom?

Unter dem Begriff “Borderline-Syndrom” versteht man im Volksmund eine bestimmte Art von Persönlichkeitsstörung, bei der die entsprechende Person kein Gleichgewicht zwischen der inneren, eigenen Gefühlswelt und den von der Umwelt gesendeten Reizen herstellen kann.
Der Grundstein des Borderline-Syndroms wird oft bereits im Kindes- und Jugendalter gelegt: bekommt die entsprechende Person in den frühen Lebensjahren keine Möglichkeiten, die eigenen Gefühle (zum Beispiel Wut, Ärger, Frustration) ausdrücken zu können – z.B. durch zu geringe Aufmerksamkeit – werden diese sich im Laufe der Jahre “ansammeln”, bis dass sie zu einem späteren Zeitpunkt unkontrolliert ausbrechen.

Der Ausbruch der Erkrankung

Der Ausbruch der eigenen Gefühlswelt bei dem Borderline-Syndrom zeigt sich vor allem im selbstverletzendem Verhalten (“Ritzen”): dabei kann es sich um das Ausdrücken von Zigaretten auf der Haut, um Schnittverletzungen durch Rasierklingen,Glasscherben oder Scheren (besonders auf den Unterarmen) oder um direkte Gewaltausbrüche (z.B. das Schlagen mit Fäusten gegen Wände bishin zu Knochenbrüche) handeln.

Die Personen wollen durch solches Verhalten Aufmerksamkeit des Umfeldes erlangen, was ihnen früher für lange Zeit verenthalten wurde. Somit lässt sich auch erklären, warum beim Borderline-Syndrom die Verletzungenarten für die Gesellschaft meist sichtbar gewählt werden.

Behandlungsmöglichkeiten

Sind Personen an dem Borderline-Syndrom erkrankt, ist vor allem eine psychotherapeutische,zuvor stationäre Behandlung äußerst ratsam: Während der Behandlung werden ihnen Möglichkeiten (= “Skills) vermittelt, um die Gefühle zwar ausdrücken zu können, jedoch ohne jegliche Verletzungen zu verursachen. Folgende Beispiele sollen die Methoden verdeutlichen:
– bei geringen Anspannungszuständen: Kneten von Massagebällen in den Handinnenflächen, strammes Spazierengehen, Wechselduschen,…
– bei stärkeren Anspannungszuständen: Ergometer fahren / Laufen gehen
– bei starken Anspannungszuständen: Einsetzen eines Boxsackes, Lutschen einer Brausetablette
Bei diesen Methoden sei zu erwähnen, dass die zu erlernenden Übungen zuvor im Beisein von Fachpersonal durchgeführt werden sollten, um die richtige Ausführung und Effektivität der Methode kontrollieren zu können. Zumal müssen die Skills individuell angepasst werden, da für jeden Patienten unterschiedliche Skills wirksam sein können.
Das Ziel einer solchen Unterrichtung ist es, dass die entsprechende Person mögliche Anspannungsmomente frühzeitig realisiert und bereits zeitnah die Übungen einsetzt, damit die Anspannung relativ schnell herunterreguliert werden kann und es nicht zu den zu Beginn erwähnten Ausbrüchen kommt.

Vergleich zu anderen psychiatrischen Erkrankungen

Bei dem Borderline-Syndrom kann geschultes Personal mit Abstand die größten therapeutischen Erfolge verzeichnen – bei anderen Erkrankungen, z.B. der Schizophrenie, multiplen oder histrionen Persönlichkeitsstörung werden vorrangig Medikamente eingesetzt… Daher ist bei solchen Erkrankungen der therapeutische Nutzen einer Therapie nur begrenz zu beobachten.

Leben mit dem Borderline-Syndrom

Hat der Patient bestenfalls bereits im Jugendalter professionelle Hilfe annehmen können und wurden die entsprechenden Skills mit ihm detailliert und verständlich erarbeitet, kann die Person ein nahezu “normales” Leben führen. Wichtig dabei ist, dass die Person auf bereits kleinste Anspannungen reagiert und die Skills eingesetzt werden.